Heimlich in Miami, mit 100 kubanischen Son’s

31 Jul

Vor nur ein paar Stunden, am heutigen Freitag Abend, zeigte einer der vielseitigsten kubanischen Künstler ein Material in den Vereinigten Staaten, das Geschichte machen könnte. Es handelt sich um Edesio Alejandro, der zwar ein Musiker von großer Bedeutung, aber auch seit langer Zeit als Dokumentarfilmer bekannt ist.

Das vorliegende Material ist unter dem Titel 100 kubanische Klänge bekannt, was nach Ansicht der Kritiker und Zuschauer, ein neugieriger Blick auf unseren Rhythmus und einen Meilenstein in der Erforschung und Artistik markiert.

Das Schöne und gleichzeitig ironisch ist, dass es Edesio war. Eine Seltenheit in der kubanischen Kultur, die jetzt dieses teure Vorhaben im Sinne unserer Nationalität auf dem Rücken trägt. Das es der kubanische Autor mit der größten Anzahl von Filmmusiktiteln in diesem Land, die sie vorstellt, der selbe der mit Filmmusik, sowohl Klassiker als auch z.B. Clandestinos, oder die schmerzende “Suite Habana”, beide von Fernando Pérez, bestückt hat.
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The Book of Eli: Etwas mehr als eine Botschaft zwischen den Zeilen

27 Jul

Ich glaube nicht dass es riskant wäre zu sagen, wenn wir uns auf die jüngsten Ereignisse beschränken, dass die katholische Kirche, die wichtigste Institution innerhalb der christlichen Lehre, heute eine der größten Krisen seit ihren Anfängen erlebt. Eine Krise, die vorallem über die Skepsis der Ungläubigkeit seiner Anhänger hinausgeht. Das Schlimmste ist, klar, eine Krise des Glaubens, die sich ausbreitet und gefährlich für das gesamte Christentum sein kann.

Die Zwischenfälle haben sich gehäuft, eins nach dem anderen. Einige, in Form von literarischen Skandalen wie durch die Veröffentlichung der DaVinci Code  von Dan Brown. Andere, wo die Hauptdarsteller, bekannte Namen in der Kirche waren: Von einem prominenten Priester in Miami Beach, der mit seiner Geliebten fotografiert wurde, und später seinen religiösen Orden änderte, bis zu einem amnestischen deutschen Priester der daran zweifelt, ob die Nazis tatsächlich Millionen von Juden in den Vernichtungslagern ausgerottet haben.

Später, harte Debatten darüber, ob die Priester der protestantischen Religionen zulässig waren, und schließlich der eigentliche Skandal. Die Auswirkungen von signifikanten Proportionen, die mehrere Priester in der Korruption von Minderjährigen involvierte, und den Heiligen Vater sogar als angeblicher Vertuscher der Ereignisse erreichte.

Mit dieser Kulisse, und nachdem ich den in den Medien sehr stark beachteter Film, The Book of Eli, gesehen habe, finde ich es schwer, die Idee, dass uns der Film nur eine künstlerische und ästhetische Lehre zeigen wird, zu verwerfen, und dass seine Premiere in diesem 2010, eng mit der Ära verbunden ist, die das Christentum heute erlebt.
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Gesetze in Zitronensaft

24 Jul

Es gibt bestimmte kubanische Gesetze die offenbar auf dem ersten Blick, sowohl eine ursprüngliche, als auch eine originelle Qualität haben. Eine Eigentümlichkeit die sehr “unsers”, und in Zeiten des Krieges vermutlich entstanden ist, als man subversive Botschaften in absoluter Vertraulichkeit senden musste. Es geht um die Gesetze, die scheinbar mit Zitronensaft geschrieben worden sind: auf dem ersten Blick sind sie gar nicht lesbar. Niemand kann behaupten, sie jemals festgestellt zu haben. Vielleicht weil man dafür, etwas Wärme benötigt.

Mit Zitronensaft war das Gesetz geschrieben, dass Ärzte, Krankenschwestern, Röntgen-Technikern, Zahnärzte, und Laboratoristen daran hindert, fünf Jahre nach einem Ausreisegenehmigungsantrag, das Land nicht zu verlassen. Ja, für ausländische Leser, sie haben sich nicht verlesen: Ich rede von fünf strengen Jahren. Diese breite Bevölkerungsschicht des Gesundsheitwesens kennt die Prozedur sehr gut: Nach Beantragung eines Ausreiseantrages, müssen Sie ein Stück Holz bei Seite haben, genauso wie bei Schiffsbesatzungen, zur Markierung der 1.825 Tage (manche mehr, manche weniger) die davorstehen bevor man auswandern kann.
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Kleine Träume

21 Jul

Ich würde nicht übertreiben wenn ich sagen würde, dass die hartnäckigste Nachzählung die ich in meinem Alter gemacht habe, über jene Dinge sind, die ich noch nicht gemacht habe.

Eine Freundin, Psychologin vom Beruf, sagt, das es mit den obsessiven Eigenschaften meiner Persönlichkeit zu tun hat, aber eigentlich trenne ich mich von analytischen Kategorien, und gebe die Schuld der Wirkung einer Metapher die ich mir selbst zusammen gestellt habe: Bei der Geburt, jemand (oder etwas) reicht uns eine Tasche, die anstelle von Münzen, eine Anzahl von Jahren beinhaltet. Wieviele Jahren wissen wir nicht. Wir wissen nur das es eine endliche Anzahl ist, und wenn diese vorüber sind, dann geht unsere Existenz zu Ende. Bevor wir ins Leben gelassen werden, dieser jemand oder etwas sagt uns: “Investiere sie, so gut Du kannst. Mit diesem gleichen Körper und diesem gleichen Namen, wirdst Du keine zweite Übergabe haben.”

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Der Roman von so viele Menschenleben

18 Jul

Er empfing mich am Montag in einer ruhigen Wohnung in “Mantilla” (ein Stadtteil von Havanna) woraus er fast alle seine Arbeiten geschrieben hat. Auf einem polierten Tisch stellte er kaltes Wasser und starker Kaffee für uns beide. Er zündete eine Zigarette an, deren Rauch, zum Glück, die Büste von Cervantes die auf einer nahe gelegenen Komode ruht, als sein Opfer wählte. Und fing an, meine Fragen zu beantworten.

Wenn ich “der Roman meines Lebens” (La Novela de mi Vida) nicht gelesen hätte, wäre von mir nie beschlossen worden, Leonardo Padura zu interviewen. Bis zu diesem Moment waren die beiden Stücke die ich von ihm schon kannte, genug, um seine saubere Prosa und geschickten Krimis zu bewundern, aber nicht viel mehr.

Und dann entdeckte ich diesen Roman und fand mich verpflichtet, dem Verfasser nachzuforschen (wie der Ermittler Mario Conde). Für einen Charakter wie Salinger gibt es einige Schriftsteller, die ich nach der Lektüre ihrer Arbeiten, sie anrufen würde. Wenn ich die Telefonnummer nicht habe, bin ich bereit 800 Kilometer von meiner Heimat Bayamo in die kubanische Hauptstadt zu reisen, an der zu Tür klopfen und sagen: Ich brauche einen Interview.
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Das Glück des Langstreckenläufers

15 Jul

Der Kalender zeigt den 20. Mai 2010. Es ist halb elf morgens. In meiner Heimatstadt Bayamo ist ein weiterer heißer schwüler Tag, der Schweiß am Stirn und eine Stimmung erzeugt, die der Reizung ähneln. Aber das ist draußen, in den ungeschützten Straßen. Dieses Büro, mit seinen tapezierten Wänden, und eine Klimaanlage an der Wand gesetzt und wo ich mich jetzt befinde, verwandelt die uns umgebende Wirklichkeit in etwas heiter und friedlich.

Vor mir wartet ein Funktionär, der hinter seinem Schreibtisch sitzt. Telefon in der Hand. Seit meinem Eintritt in den Lokal unterbroch er nur sein Dialog um mir zu sagen, “Guten Morgen Ernesto, nimm Platz”, so natürlich, als hätte er mein Erscheinen erwartet. Ein wenig später wird er sein Gespräch beenden , und wird auf weitere zwei Zahlen drücken mit der genauen Absicht: Er bittet um das Erscheinen von einigen Mitarbeitern des Instituts. Er fordert sie auf, unverzüglich in sein Büro zu kommen. Niemand sagt mir das, aber ich denke es mir: es geht um die Mitglieder der Betriebsleitung.

Der Beamte hat einen ruhigen Ausdruck auf seinem Gesicht, kein Zeichen von Macht oder Strenge. Sein Name: Ernesto Douglas Bosch. Sein Job: Bezirksleiter vom Radiosender Bayamo, in der östlichen Provinz Granma.

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Eine WM als Gegengift gegen die Vergangenheit

13 Jul

Morgan Freeman war beim Finale dabei. Sitzend im VIP-Bereich der Soccer City, mit seiner dunklen Mütze und einem nervösen Ausdruck auf seinem Gesicht. Nervös in der Aufnahme die uns das Fernsehen geliefert hat, ist klar. Vielleicht zwei Sekunden später hätte er euphorisch geschrien, wenn er mit den Spaniern sympathisierte, oder tauchte vielleicht in Enttäuschung, falls er auf Holland gesetzt hat.

Aber die Wahrheit ist, das er da war. Genauso wie in diesem weltmeisterischen Monat andere durch die Tribünen von Südafrika spazierten (um nur einige zu nennen) die Sänger Mick Jagger und Shakira, Schauspieler Leonardo DiCaprio und Charlize Theron (schon zurück in die Heimat), der Tennisspieler Rafael Nadal und Top Modell Naomi Campbell, die Prinzen der Niederlande und die Könige von Spanien, der ehemalige Präsident Bill Clinton, und eine lange Liste von Staatsmänner, Künstler und Geschäftsleute, die vom Fussball gezwungen waren, einige Tage Urlaub im ärmsten Kontinent zu verbringen.

Aber wenige Persönlichkeiten, glaube ich, stellen die süße und festliche Realität fest, nähmlich den meisterlichen Morgan Freeman zu beobachten, wie er das Finale genießt, als einer der mehr als 90 000 Zuschauer, die die Soccer City in Johannesburg im vergangenen 11. Juli überfüllt haben.

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